Oskar Baumann

IS-F Fahrer erfährt RC-F auf Rennstrecke Anneau du Rhin

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Guten Morgen

Gestern durfte ich den RC-F auf der Rennstrecke Anneau du Rhin (F) einen Tag erfahren.

Man konnte sowohl RC-F's mit Torsen-Diff als auch dem nagelneuen TVD (Torque Vectoring Differential) testen.

Ein gelungen organisierter Event von Lexus Schweiz.

Eines gleich vorneweg:

Ich war vom RC-F positiv überrascht.

Der RCF ist kein reiner Sportwagen. Wie der ISF bleibt es ein Kompromiss zwischen Alltagstauglichkeit und Rennsport.

Und beim RCF (und beim kommenden GSF) hat Lexus den Kompromiss mehr in Richtung Alltagstauglichkeit bzw. Grand Tourismo verlegt.

Der RCF ist ein supermodernes Auto (am Schluss des Tages als ich in meinen ISF wieder einstieg, war mein erster Gedanke:

Poah, mein Auto ist alt geworden...) mit deutlich mehr Komfort.

Wenn das TVD dabei ist verfügt man über 5 Fahrprogramme und 3 TVD Programme die sich 15fach kombinieren lassen:

- Eco

- Normal

- Sport

- Sport+

- Normal (TVD)

- Slalom (TVD)

- Track (TVD)

Zusätzlich gibt es noch den Expert-Modus (der war am Anlass nicht erlaubt):

- Expert

Sitzkühlung/Moderne Sitze und die vielen anderen schönen Gimmicks sowie mehr Reserven in der Konstruktion (Sicherheit) liessen das Auto trotz 2 Türen weniger um 80kg(+) gegenüber dem ISF schwerer werden.

Das führt dazu, dass sich der ISF etwas handlicher anfühlt und auf der Geraden den RCF nicht zu fürchten braucht.

Die Längsdynamik dürfte in etwa gleich geblieben sein (auf dem Papier ist der RCF 0.3 Sek schneller auf 100 Sachen

merkt man aber nicht).

Aber in den Kurven im Rennstreckenbetrieb (und das hat mich überrascht!) fühlte sich der RCF eine Spur agiler an als der ISF.

Die 80kg Mehrgewicht werden wohl mit einem etwas tieferen Schwerpunkt und der neuesten Technik (z.B. TVD) erfolgreich wegkaschiert.

Ich konnte den ISF ja nicht parallel am gleichen Tag auf der selben Strecke fahren. Ich war mit dem ISF auch schon da, aber das liegt doch wieder einige Zeit zurück. Doch so aus dem Bauch würde ich Sagen, lässt sich der RCF einfacher um den Kurs scheuchen.

Den G-Messer und all die Gimmicks sind natürlich Spielerei. Sich dem widmen auf der Strecke ist utopisch.

Aber vielleicht die eingebaute Stoppuhr könnte nützlich sein...

Zum Motor und Getriebe:

Der Sound ist sehr nahe beim ISF. Eine Spur brummiger. Vor allem ab 3000-4000 u/min beim Öffnen des zweiten Ansaugkanals hört sich der RCF im Innenraum merkbar dominanter brummelnd an. Im oberen Drehzahlbereich wird der ISF metallisch im Klang. Beim RCF deutlich mehr Bass ! Die Soundkulisse wurde merkbar verbessert !

Wie schon erwähnt wurde das Prinzip mit dem Zweiten Ansaugkanal ab 3000-4000 u/min beibehalten.

Auf der Gerade hatte ich ein wenig das Gefühl dass der RCF Motor ab höheren Geschwindigkeiten mehr Reserven hat als der ISF.

Hier kommen die 54 Mehr-PS zum Tragen.

Die Automatik war wie beim ISF super.

Ich war sehr zufrieden.

Beim Sport+ Modus bleibt die Automatik deutlich länger im höheren Drehzahlbereich und schaltet nicht hoch, und ist bereit für die nächste sehr prompte Gasannahme. Perfekt. Auf der Strecke kam eigentlich nicht gross das Bedürfnis auf manuell zu schalten.

Beim ISF hatte ich fast immer auf manuell umgestellt. Beim RCF nur um mal auszuprobieren: Die die Direktschaltung wie beim ISF blitzschnell.

Die Sitzposition ist etwas tiefer als beim F. Die Sitze sind sehr bequem.

Sicherheit wird beim RCF grossgeschrieben.

Er ist ein sehr gutmütiges Auto. Durch mehrere Übungen (z.B. mit 75kmh in die Kurve dann einer Kuh ausweichen) und auch 1x auf dem Track (Ich kam bei ca. 140 kmh ins Schleudern ) konnte ich das erfahren.

Die Technik greift zuverlässig ein. Ausser wohl im "Expert"-Modus.

Beim "Track-Modus" greift die Technik spät aber noch früh genug ein, bevor man einen Abflug macht. Gut.

Zum Gesamteindruck:

Der RCF ist ein Grand Tourismo-Auto mit dem man auch mal schnell fahren kann.

Er hat vermutlich nicht den Anspruch sich direkt gegen M4 & Co. positionieren zu wollen.

Der ISF war damals noch direkter Konkurrent zum M3 & Co. und fuhr auf Augenhöhe.

Und wir Lexus-Freunde haben uns gefreut, dass mit dem F-Label Fahrzeuge von Lexus

bekommen sollten welche sich stets als Alternative zum AMG, M und RS Label positionieren würden.

Dass dies nun leider nicht eintrifft und die F-Marke etwas "verwässert" wird, finde ich persönlich schade.

Wenn man aber vom Vergleichen zur Deutschen Konkurrenz abrückt und den RCF einfach als Werk selbst anschaut, ist er ein super gelungenes Auto!

Ein Auto mit Super Sound, Super Performance und trotzdem viel Komfort.

Mit bestem Gruss

Oskar

rcf-track54udm.jpghttp://abload.de/img/rcf-track54udm.jpg

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"Neueste Technik" ist das torque vectoring alias active jaw nicht.

Vielmehr ist Lexus viel zu spät dran. Ford hat ja auch nach Jahrzehnten gemerkt das so eine Starrachse ausgedient hat.

Im Lancer Evo gibt's das ganze seit 96.

Worin der Sinn bei einem Rennstrecken Event besteht ohne den Expert Modus, versteh wer will. Offenbar durftet ihr nicht "frei" fahren. Schade, sonst hättest mal gemerkt wie unglaublich anstrengend und zickig der rc-f im Grenzbereich ohne esp wird. Da hat man den M3/M4 zu deutlich ins Visier genommen.

Innenraum, Design, Haptik, Verarbeitung sollen andere entscheiden, interessiert mich nicht bei einem Test.

Sound fand ich aber auch schön. Nicht ganz so "rotzig" wie ein C63, sondern dezent kraftvoll, passt sehr sehr gut zum Lexus.

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